Neuseeland – Südinsel Ostküste

von Robben-Babys und Sternen

Mit dem mühelosen Selfie-Flair von Kim Kardishan räkelt sich das Robben-Baby vor unserer Kameralinse. «Hast du diese Seite von mir schon? Nein? Das ist aber meine Schokoladenseite. Darfst du nicht verpassen. Und so? So, ist auch gut. Siehst du wie ich den Kopf verdrehen kann? Da staunst du, was?» Abwechselnd staunen und knipsen und staunen wir gemeinsam mit einer Handvoll anderer Touristen, die ebenfalls dem «Geheimtipp» gefolgt sind und die Robben-KiTa am Ohau-Bach besuchen. So lange, bis wir unsere Unterkühlung nicht länger leugnen können und uns widerwillig auf den Rückweg machen.

Auf unserem Weg immer weiter südwärts werden wir von beidem noch mehr haben: Fotosujets und Unterkühlung. Beispielsweise am türkis-blauen Lake Tekapo. Wir trauen unseren Augen kaum, so klar strahlt uns das Gletscherwasser entgegen. (Merkt ihr’s? Ja, Gletscher. Kalte Gletscher.) Und so verlassen wir einmal mehr die einigermassen schützenden vier Blechwände unseres Hippie-Busses, um ein Foto zu schiessen. Unmittelbar pfeift uns ein eisiger Wind um die Ohren, der später noch von Regen begleitet werden soll. Südinsel-Charme vom Feinsten.

Doch weder die eisigsten Winde, noch die kältesten Regenschauer halten uns davon ab, nach dem Essen (nie zuvor haben ich mangels Alternativen Gummistiefel in einem Restaurant getragen und Häppchen von Rinderfilet gegessen) nochmal an den See zu fahren. Wir müssen verrückt sein. Jedoch ist die Schönheit des nächtlichen Sternenhimmels mindestens gleichermassen wahnsinnig. Nach wenigen «Schnappschüssen» geben wir uns dennoch zufrieden und für heute von Wind und Wetter geschlagen. Sollen sich die anderen Fotografen für den Rest der Nacht die Finger abfrieren. Wir werden Morgen damit weitermachen. Gleich bei Sonnenaufgang. Die sind nämlich auch so schön.